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Umbau Galerie Voigt beendet:
Stahltreppe – ein Kunstwerk in sich

Eine Wucht. Der Umbau der Galerie: vollendet.
Die Stahltreppe: ein Kunstwerk in sich.

 

So heavy

Das Gewicht von 2,25 Tonnen sieht man der Treppe nicht an. So leicht schmiegt sie sich winklig Wange an Wand. Eben diese ästhetische Leichtigkeit war zugleich Herausforderung. Zum Einen: Die Masse an Stahl. Nur eine der geländehohen Wangen bringt satte 350 kg auf die Waage. Das musste man erst mal wuchten. Und hineinmanövrieren in den Raum der Galerie, die sich auf zwei Etagen mit erstreckt. Logistisch weit mehr als eine ganz alltägliche Aufgabe. Zum Anderen: die Geometrie der freischwebenden Treppe. Alle Winkel zeigen nach außen. Sehr außergewöhnlich und komplex. Einfach atemberaubend und im mondänen Kontrast zu Schmuck und Kunst. Jetzt nach einer Woche Montage, Schweiß und millimetergenauer Handwerksleistung steht sie da. Und schwebt. Und wirkt. Wie eine Wucht.

So metal

Dabei unterstreicht die Ästhetik nur ihre wahre Stärke. Und die ist nicht von Ungefähr ein Schwergewicht, sondern aus purem Stahl. Unbehandelt. Markant. Mit bewusst gesetzten Lebenslinien. Zeichen einer Geschichte. Eines Vorher, das neugierig macht. Dadurch gewinnt die Architektur des Raumes eine neue Dimension. Eine Einzigartigkeit. Konstruiert aus dem wohl nachhaltigsten Baustoff, den es derzeit gibt. Zu 100 % recyclingfähig. Dazu langlebig. Ein Evergreen schon jetzt. Sounds good.

So art

Und so schmiegt sich die Treppe nicht nur wie ein weiteres Exponat in die Galerie. Sie passt auch perfekt zu dem Zeitgeist der ausgewählten Werke und dem, was man heute so als State of the Art interpretiert. Das Neue, das eine Sehnsucht verkörpert nach dem, was früher war, was als Geborgenheit empfunden wurde. Eben das, was wir kennen, mit dem wir vertraut sind. In der Galerie Voigt ist sie gelungen, diese zarte Melange aus damals und heute. Eine Erinnerung, die auf das hier und jetzt trifft. Mitten in Nürnberg. Umrahmt von denkmalgeschütztem Mauerwerk, der Baukunst von einst.

In diesem historischen Rahmen bewegt sich die Leporella wie eine selbstsichere Diva. In ihrem eigenen Rhythmus entlang der Wand, mit Mut zur Lücke und bewusster Kantigkeit  lässt sie Raum für Interpretation. Und doch signalisiert sie ihr Standing: Als klares Ja zur Natürlichkeit, zur Macke und zur Lebendigkeit. So erzählt sie ihre eigene kleine Geschichte und wird damit zu einem authentischen Original. Und einem wertschätzenden Begleiter der Galeriebesucher, der Kunst um sie herum und der sie beschützenden und schützenswerten Mauern aus einem längst vergangenen Jahrhundert. Muss man sehen.

Kategorie: Alle Beiträge, Stahl & Leben

von

Anja

Zunächst einmal: Treppen sind toll! Im übertragenen Sinne steige ich sie gerne hinauf. Im Alltag laufe sie lieber hinunter. Sie ins rechte Licht zu rücken ist mehr noch als meine Lieblingsaufgabe bei spitzbart – es ist meine Leidenschaft. Die Treppe, der Star, der magisch von meiner Kamera angezogen wird. Das fertige Bild spiele ich PR und Marketing zu. Wie im Volleyball, meiner zweiten Leidenschaft, gehe ich hier strategisch vor. Ich mag klare Linien und Strukturen, wenn ein Stil erkennbar bleibt. Denn auch das ist mir wichtig: Optische Ruhe im Raum. Sichtbare und fühlbare Entspannung. Unruhe kommt ja meist von alleine. Bei mir ganz normal. Mit zwei Kindern – meiner Lieblings-Leidenschaft.

2 Kommentare

  1. Diese Treppen sind ja der Wahnsinn! Frage mich nur, ob diese nicht sehr laut sind durch den Hall, den Metall verursacht. Aber sonst echt genial!

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