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Treppenbau macht Schule

Raus aus der Schule, rein in die Werkstatt: In der vergangenen Woche staunten die Schüler der Berufsschule für Metallbau und Technisches Produktdesign, München nicht schlecht, als sie in unserer Werkstatt in Oberasbach mit allen Sinnen erleben durften, wie moderne Treppen aus purem Stahl gebaut werden – und wie sie später ihre volle St(r)ahlkraft entfalten. Hand in Hand gingen bei dem Besuch der Schüler Theorie und Praxis. Know-how also am „lebenden“ Objekt. In unserem Fall an der lebendig wirkenden Treppe. Oder eben an dem, was einmal eine Treppe werden soll. Denn genau das sollten die Schüler im wahrsten Sinne des Wortes begreifen: wie eine Treppe Stufe für Stufe, vom Design bis hin zur Manufaktur entsteht. Mit allem Drum und Dran, inklusive Statik, Materialwissen und ästhetischem Anspruch. Im Anschluss an die Werkstattführung mit Tobias Spitzbart folgte eine Showtime in unserem Showroom: Hier durfte jede Ausstellungs-Treppe zeigen, was sie drauf hat. Die passende Erklärung zu Material, Formgebung und den Raffinessen der jeweils speziellen Machart lieferte unser Andreas Zink live mit dazu. Die Schüler fanden’s: Klasse!    

Stairway
to heaven

Was passiert eigentlich, wenn Sakrales zeitgemäß ergänzt und das eigentliche Denkmal dabei  geschützt werden muss? Etwas Wunderschönes. Aber nur, wenn  alle Beteiligten sich selbst nicht so wichtig nehmen, sondern eben nur den Geist der Geschichte, die das Denkmal prägt. Wie beim Bau einer Treppe in der St. Jakobskirche in Nürnberg. Dort steht jetzt nicht nur eine Treppe, sondern eine handwerkliche Meisterleistung, deren Qualität sich in der Reduktion auf das Wesentliche verbirgt – wie ein kleines Wunder. Drinnen statt draußen Doch bis es soweit war, wurde das Treppenkonzept an sich erst einmal diskutiert, verworfen und schließlich neu entworfen. Ursprünglich geplant war für die Wallfahrtskirche am historischen Jakobsweg zwischen Nürnberg und Rothenburg eine Außentreppe aus Roststahl.  Der kleinste gemeinsame Nenner des Architekten des Projekts, Roland Nörpel, der zuständigen Baubehörde, dem Denkmalschutz  und der Landeskirche München war hingegen eine innenliegende Treppe. Zurück zu den Wurzeln des Kirchenbaus wollte Roland Nörpel dem Gedanken des „Outside Service“ ein Denkmal setzen. Gemeint sei damit die damals so wichtige Funktion der Kirche, den Menschen draußen Zuflucht und Zugang zur Kirche zu gewähren. …